Unsere 8-tägige Tour ins Berwanger Tal bot allen einen wunderschönen Saisonabschluss. Auf den Wanderungen konnte neben der wundervollen Flora auch die Tierwelt der Berge erkundet werden. Bei unseren Pausen konnten wir das Essen und so manche Überraschung genießen.
Wir trafen unsere Wanderfreunde des DAV Würzburg am Samstag um 7.30 Uhr am Bahnhof und fuhren nach dem Beladen des Sektionsbusses auf der A7 Richtung Österreich. Pünktlich um 12 Uhr, wie geplant, kamen wir, Steffi und Matthias plus sieben Mitwanderinnen, bei der Pension Sonnenblick in Berwang an. Weitere acht Wanderer reisten in Fahrgemeinschaften mit ihren Privat-PKW an. Das Wetter, na ja! Trotzdem starteten wir am frühen Nachmittag zu einer gemeinsamen ersten Tour entlang des Talbaches nach Kleinstockach. Die Kilometer und Höhenmeter wurden genutzt, um einen Eindruck über das Leistungsvermögen der Gruppe zu gewinnen und die ausgedehnte Einkehr im Gasthaus „Roter Stein“ half uns, die ersten Kontakte zu knüpfen. Im strömenden Regen ging es wieder zurück zur Pension nach Berwang.
Auf zur höchsten Privatbrauerei Österreichs
Auch am Sonntag, wieder den ganzen Tag regnerisch, lag der Schwerpunkt mehr auf dem gegenseitigen Kennenlernen. Auf verschiedenen Wegen, die dem Wetter angemessen waren, wanderten wir nach Rinnen zur Einkehr im Stadl-Bräu, der höchsten Privatbrauerei Österreichs. Der Seniorchef erklärte uns, wie das Brauen funktioniert und gab uns eine Brauereiführung. Matthias stieg mit seiner Gruppe bis auf 1700 Meter Richtung Thaneller (2341 m) auf, der ab circa 2100 Meter bis zur Spitze sogar schneebedeckt war, und Steffis Gruppe ging über einen Forstweg zur Brauerei, auf dem einige Teilnehmer noch Tintlinge sammelten und später in ihrer Ferienwohnung verzehrten.
Bei Sonnenschein Blicke auf die Zugspitze genießen
Am Montag dann endlich kein Regen mehr! Sonnenschein, und das blieb so bis zum Ende der Woche! Es gab jeden Tag zwei Wandergruppen mit unterschiedlichen Zielen und unterschiedlichen Anforderungen, eine geführt von Steffi und eine von Matthias. Heute fuhren beide Gruppen mit dem ÖPNV nach Lermoos. An diesem Tag führte Steffi ihre Gruppe hinauf über den Alpenrosenweg (13,3 km, 570 Hm) auf die Tuftlalm (1500 m). Nach der Mittagspause gab es den erwünschten Blick auf die Zugspitze, als sich die letzten Wolken des Tiefs verzogen, erst von der Aussichtsplattform Tuftlalm, aber auch von mehreren Stellen auf dem Rückweg. Für uns eine große Freude! Matthias’ Gruppe stieg auf der anderen Bergseite circa 830 Hm über einen schmalen Wandersteig, der noch ein wenig schlammig vom Regen der letzten Tage war, zur Wolfratshauser Hütte (1751 m) auf und sie gönnten sich dort die wohlverdiente Stärkung. Auch sie erhaschten auf dem Weg nach oben des öfteren einen Blick auf das beeindruckende Zugspitzmassiv. Den geplanten Abstieg über Gartneralm hinab ins Gartnertal konnten sie nicht nehmen, da Matthias ihn als zu gefährlich für die Gruppe einschätzte. Stattdessen gingen sie über die Grubigsteinstation, parallel der Mountainbikestrecke zu Tal.
Wo das Wasser fließt
Aktive Erholung, so nannte Steffi ihre nächste Tour am Dienstag, denn einen Ruhetag wollten wir bei diesem Kaiserwetter natürlich nicht einlegen. Von Namlos aus, zunächst auf einem schmalen Wandersteig durch den Bergwald und über die Namloser Hängebrücke, wo sich geräuschvoll Namlosbach und Sommerbergbach vereinten, ging es dann auf einer breiten Forststraße bequem hinauf zum Almdorf Fallerschein (13 km, 380 Hm). Bei Michels Fallerscheinstuben hielten wir so lange Mittagsrast, bis wir Matthias mit seiner Gruppe dort begrüßen konnten. Er und seine Gruppe wanderten Richtung Namloser Wetterspitze bis zum Sommerbergjoch (2093 m), wo schon der erste Schnee lag (14,5 km, 938 Hm) und hatten ein grandioses Panorama von dort oben. Mehrere Bachüberquerungen sowie Gämsen, Rehbock und Kreuzotter erfreuten sie auf der Wanderung.
Leider musste am Mittwoch ein Mitwanderer aus persönlichen Gründen abreisen. Vom Rotlechtal ging es über einen schmalen Wandersteig auf die Ehenbichler Alm (11,2 km, 500 Hm). Dort erwartete uns etwas Besonderes. Ein Gitarrenspieler gab dort ein kleines Konzert mit klassischen Melodien. Die Gitarrenmusik, der Blick auf die Berge, auch wieder auf die Zugspitze, das war ein echtes Highlight. Hören, schauen, zur Ruhe kommen, das gelang so ganz leicht. Matthias’ Gruppe stieg über einen steilen Steig bis zur Abendspitze (1962 m) auf, von dort aus hatten sie Fernsicht bis nach Deutschland und erkannten u. a. den Forggensee. Hier hatten sie auch ihr musikalisches Erlebnis: mit Alphornbäsern und Brunftschrei zweier Hirsche (11 km, 810 Hm).
Jeden Abend stellten Matthias und Steffi die für den nächsten Tag geplanten Wanderungen vor. Wir konnten uns jedes Mal neu für eine Gruppe entscheiden, falls die max. Teilnehmerzahl nicht überschritten wurde. Das gab mir die Möglichkeit, nun bei Matthias mitzuge-hen! Am Donnerstag führte er uns durchs Älpele, über den Grat zum Hönig (2050 m). Der Blick auf die umliegenden Berge – Roter Stein, Zugspitze, Thaneller, Hochvogel, Namloser Wetterspitze (2553 m) – begeisterte uns (12,6 km, 870 Hm). Auf dem Rückweg über die Kögelealm trafen wir wieder mit der anderen Gruppe zusammen. Steffi nahm den Weg über den Sattelkopf (1680 m) ebenfalls zur Kögelehütte (11 km, 400 Hm). Diese Wanderung lief bei Steffi wieder unter dem Titel aktive Erholung, da das Wetter immer noch zu schön für einen Ruhetag war.
Die Tierwelt der Berge hautnah erleben
Für Freitag hatte Matthias noch eine Tour hoch auf die Schlierenwand (2217 m) geplant. Da es kurz vor dem Gipfel sehr steil und geröllig war,
entschieden wir nicht weiterzugehen. Auch ohne Gipfel war es eine schöne Tour. Wir sahen mehrere hohe Ameisenhaufen und eine Gams, beobachteten die Sturzflüge der Bergdohlen und das ruhige Segeln der Adler. Noch einmal hörten wir das Röhren eines Hirsches (10 km, 820 Hm). Steffi entschied sich mit ihrer Gruppe den Rotlechstausee zu umwandern (14,6 km, 380 Hm), erst auf einem gemütlichen Forstweg bis an das Ende des sehr wenig Wasser führenden Stausees, dann am gegenüberliegenden Ufer auf einem Meter um Meter ansteigenden Steig, um dann wieder in die Rotlechschlucht abzusteigen und über eine Hängebrückeden wilden Rotlech zu überqueren. Beide Gruppen trafen sich zum Schlusshock in Mitteregg, wo in Fechners Jausenstation die gelungene Wanderwoche gefeiert wurde.
Leider war nun der letzte Tag gekommen. Nach dem Frühstück und dem Packen bildete eine gemütliche Tour um den Heiterwanger See den Abschluss unserer erlebnisreichen Wanderwoche. Ein schöner Aufenthalt im Berwanger Tal mit gut geführten Touren, bei herrlichem Herbstwetter, in einer Pension mit freundlichen, entgegenkommenden Wirtsleuten ging zu Ende. Vielen Dank an Steffi und Matthias, unseren Wanderleitern, für die tolle Organisation und die sichere Durchführung dieser Wanderwoche! Das habt ihr gut gemacht!
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