Unsere Mountainbiketour war ein dreitätiges Trailspektakel in der Schweiz. Neben erstklassigen Trails überzeugte das Gebiet durch malerische Landschaften.
Wochenlang haben wir alle auf die Eröffnunder Trail-Trilogie Home of Trails mit drei verschiedenen Zielen in Graubünden von unserem Guide Martin gewartet, am 25. Juli war es dann endlich so weit:
Leider kommt es manchmal anders als man denkt
8 Biker und eine nicht bikende Begleitung trafen sich fast pünktlich um 10.30 Uhr am Boardercamp in Ruschein. Lediglich das bikende Mädchen war nicht so richtig fit und konnte den Rest der Gruppe am ersten Tag nicht begleiten. Alle anderen machten sich auf den Weg, die steile Nebenstraße und den Forstweg nach Falera zu bezwingen. Die ersten Kilometer gaben uns schnell einen Vorgeschmack darauf, wie steil Schweizer Berge sein können. Die nächste Station war dann die Talstation der Laaxer Bergbahnen, wo wir Liftkarten kauften, um den Bergen einen Teil ihrer Schrecken zu nehmen. Bei bester Fernsicht und Sonnenschein fuhren wir zum Crap Masegn, sodass die ersten Höhenmeter schon mal auf angenehme Art und Weise erledigt wurden. Nach einer weiteren halben Stunde auf einer steilen und steinigen Bergstraße nahmen wir endlich die ersten heiß ersehnten Tiefenmeter unter die Räder. Der S3-Trail war gleich eine echte Herausforderung für uns „Flachlandtiroler“, aber alle kamen unversehrt und glücklich unten an. Am Nachmittag kamen dann erste Wolken auf, die uns daran erinnerten, dass vereinzelte Gewitter für Laax und Umgebung angekündigt waren. Die Wetterlage sah aber noch recht solide aus, daher entschieden wir uns, als krönenden Abschluss des ersten Tages nochmals zum Crap Masegn aufzufahren und einen schönen einsamen und ultralangen Trail nach Ruschein zu nehmen. Aber dann kam es leider anders als gedacht . . . Gerade am höchsten Punkt des Rückweges angekommen, öffnete der Himmel seine Schleusen und ein Gewitter zeigte uns auf, wie schnell Naturgewalten echt bedrohlich werden können. Nass wie die Pudel, aber gesund und sturzfrei kamen wir anderthalb Stunden später in Ruschein an und konnten bei zwei herrlichen Regenbögen die Abendsonne genießen, nicht ohne uns vorher alle gegenseitig mit dem Gartenschlauch zumindest den gröbsten Schmutz vom Leibe zu spritzen.
Frisch gestärkt und zumindest überwiegend wieder trocken nahmen wir am zweiten Tag erneut die steile Forststraße nach Falera und Laax, wo sich Michael kurz vor der Seilbahn mal wieder als zuverlässiges SNAKEBITE-Opfer zeigte. Von Crap Masegn, der noch in dicke Wolken gehüllt war, starteten wir den endlosen Trail bis ins Tal Richtung Rheintal, vorbei an Laax und dem wahrlich malerischen Chaumasee. Leider gab es zur Mittagszeit keine schöne Hütte am Wegesrand und für die Gaststätte des örtlichen Golfclubs fanden wir uns ziemlich unpassend gekleidet. Daher „überfielen“ wir kurzerhand den Supermarkt von Sagnon und stärkten uns mit allerlei verschiedenen Schweizer Köstlichkeiten, bevor wir den anspruchsvollen Anstieg nach Falera in Angriff nahmen. Auf den letzten Kilometern kamen wir dann noch in den Genuss, ohne Regen nach Ruschein abwärts rauschen zu dürfen. Den zweiten Abend verbrachten wir in einem herrlichen Restaurant, in einer gefühlt 500 Jahre alten Scheune, mit fantastischer Fernsicht zum benachbarten Obersaxen und noch viel besserem Essen.
Auch der dritte Tag in Laax wurde ausgiebig genutzt. Zunächst ging es wieder mit Unterstützung der Seilbahn auf den Crap Masegn. Kurz nach dem Verlassen der Seilbahn hatte ich plötzlich „keine Bremse mehr“ . . . beim morgendlichen Wechsel der Bremsbeläge habe ich wohl nichtganz so exakt gearbeitet, wie man dies sollte. Aber zum Glück hatte Matthias eine halbwegs passende Reserve und ich konnte doch noch weiterfahren. An diesem Tag statteten wir unter anderem dem Sengesboden einen Besuch ab und surften viele schöne Trails talwärts. Kurz bevor wir im Tal waren, hatte Matthias noch eine mittelgroße Schrecksekunde, als er stürzte. Ihm ging es zum Glück auch nach dem Sturz gut, aber sein Carbonlenker war auf der einen Seite nochmal 15 cm kürzer als schon vorher. Glücklicherweise konnte er nach dem Versetzen des Bremsgriffes noch ins Tal abfahren. Bevor sich der Rest der Truppe zum weiteren Trailsurfen nach St. Moritz aufmachte, montierten wir noch flugs meinen Lenker an das MTB von Matthias, und so musste er sich nicht um teuren Schweizer Ersatz kümmern.
Wir hatten also drei echt superschöne Tage in Laax, die wir uns weder durch das eine Gewitter, (meine) Pannen oder den mimmer wieder mürrischen Pensionswirt vermiesen haben lassen. Für die weiteren Tage in St. Moritz und Lenzerheide hatte Laax und unser Guide Martin die Latte also verdammt hoch gehängt.
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