Schnell organisiert und voller Vorfreude startete unser Sondertermin für den Basiskurs Alpinklettern Ende August. Nach einer fundierten Theorieeinheit im Kletterzentrum ging es an die Wand – zunächst auf Bodenniveau, dann an den Fels der Steinwand in der Rhön. Neben Standplatzbau, mobilen Sicherungen und Abseiltechniken wurde es ernst, als eine Rettungssituation simuliert wurde. Viel gelernt, viel geschwitzt – und am Ende ein spannendes Fazit im „Gasthaus zur Steinwand“.
Schnell, unkompliziert und zeitnah konnten wir in der Sektion einen Sondertermin für einen Basiskurs Alpinklettern vereinbaren und buchen, der unseren Terminvorstellungen entsprach.
Voller Vorfreude trafen wir uns pünktlich zum ersten Termin an einem Dienstag Ende August im Kletterzentrum mit unserem Ausbilder Roland, um uns zum Einstieg in der Theorie aufschlauen zu lassen. Nachdem wir zuerst unsere Motivationen ausgetauscht hatten, ging es auch direkt mit Materialkunde weiter. Die unterschiedlichen Seiltypen Einfachseil, Halbseil, Zwillingsseil und deren Unterschiede und Verwendungszwecke wie Materialzu… - halt, wer hier mehr wissen möchte, dem empfehlen wir unbedingt den Kurs zu besuchen. Auch die Auswirkungen vondiversen Knoten auf die Bruchlast des eingesetzten Materials wurde behandelt.
Nachdem die theoretischen Inhalte vermittelt wurden, ging es auch an die „Wand“. Hier bietet das Kletterzentrum am Boulderpilz im Außenbereich ein optimales Schulungsgelände, um auf Bodenniveau den Ablauf für einen Standplatzbau demonstriert zu bekommen und anschließend selbst zu üben und zu verinnerlichen. Weiches Auge, Zentralpunkt, Redundanz, Südtiroler Stand, Mastwurf und Halbmastwurf sind Schlagworte, die uns bis zum Ende des ersten Termins begleiteten und natürlich auch ausgiebig geübt wurden. Auch der Ablauf vom Abseilen und Ablassen wurde hier bei Trockenübungen durchgeführt. Schnell waren die drei Stunden vorbei und wir hatten eine Menge Input bekommen.
Vorab: Die Steinwand bietet aus unserer Sicht für diesen Kurs ein ideales Ausbildungsgelände! Aufgrund eines komplett anderen Gesteins wie der in der Fränkischen Schweiz übliche weiße Muschelkalk wird der dort vorkommende dunkle, harte Basalt auch nach vielen Begehungen nicht speckig werden und behält seine griige Oberfläche.
Pünktlich angekommen ging es auch direkt an die Wand. Schnell waren die Seilschaften festgelegt und die erste Aufgabe, einen geeigneten Standplatz zu suchen und einzurichten, erteilt. Die eine Seilschaft wählte eine Reihenschaltung an soliden Fixpunkten, die andere baute den Standplatz aus mobilen Sicherungsmitteln und spannte noch nach unten ab. Zum Vorsteigen wurden die Materialschlaufen am Klettergurt mit Exen befüllt, wie es beim Felsklettern üblich ist. Kannten wir schon alles. Nun kam aber noch mehr Material dazu, wie Standplatzschlinge, mehrere Karabiner bestückt mit Bandschlingen und Reepschnüre in verschiedenen Längen, mobile Sicherungsmittel.
Die wesentlichen Grundsätze zum Thema Standplatzbau wurden auch noch abgehandelt. Am Felskopf angelangt war es für den Vorsteigenden das erste Mal außerhalb von Trockenübungen so weit, einen Standplatz einzurichten und den Kletterpartner nachzusichern. Das ist schon was anderes, wenn man im Klettergurt sitzt, zwei Seile (Halb- oder Zwillingsseile) durch den Tuber zu ziehen hat und dann auch noch das eingeholte Seil irgendwie derart „speichern“ muss, dass es den Nachsteigenden nicht behindert. Runterhängen lassen ist auch keine gute Idee, denn ein Verheddern des Seiles oder auch Festklemmen kann die Folge sein. Auch muss man daran denken, dass der Nachsteigende Platz findet sich zu sichern und man ggf. die Seilschlaufen übergibt, sofern der Sichernde wieder in den Vorstieg geht. Das Ganze wurde dann mehrfach mit anderen Methoden des Standplatzbaus wiederholt, gespickt mit theoretischem Wissen.
Das Legen von mobilen Sicherungsmitteln ist natürlich auch Thema gewesen und bedarf eine gehörige Portion vertrauen in Material und Fels. Unterschiedlichstes Material hatte Roland dabei und manches Teil hat man etwas skeptisch beäugt, wie beispielsweise einen Mikro-Klemmkeil, der gerade mal einen Hauch dicker war als das Drahtseil, das an ihm befestigt war. Das hielt uns aber nicht davon ab auch damit in die Route einzusteigen und das Material an geeigneter Stelle zu platzieren.
Der nächste Tag begann mit dem Wiederholen des Inhaltes vom Vortag und aktiv ging es mit Klettern, Standplatzbau und dem Ablassen des Kletterpartners weiter. Plötzlich ergab sich eine neue Situation: der Nachsteigende hatte einen Unfall und ist nicht mehr ansprechbar! Jedenfalls reagiert die Person auf kein Rufen und bewegt sich nicht mehr! Was nun? Die Situation war selbstredend nur gestellt aber auch nicht fernab der Realität und unter Rolands Anleitung wurde Schritt für Schritt aufgezeigt, was zu tun ist. Stichpunkte Expressflaschenzug und Gardaklemme. Natürlich am Standplatz in zehn Meter Höhe und mit dem eingeholten Seil über dem Fuß oder Bein! Wie am Vortag auch schon bei bestem sonnigem Wetter und an die 30 Grad im Schatten. Zug um Zug an den Kletterseilen hat man den Verunfallten stückchenweise hochgezogen. Eine schweißtreibende Angelegenheit! Viel entspannter hingegen als Sichernder war der nächste Themeninhalt: Das gleichzeitige Ablassen am Standplatz von zwei Personen an einem Seil. Mit entsprechender Seilführung im Alpin-Tuber fühlt sich das in Bezug auf Haltekraft am Bremsseil so entspannt an wie das Ablassen des Kletterpartners in der Kletterhalle mit einem Halbautomaten. Faszinierend! Abschließend wurden weitere theoretische Themen besprochen und es gab auch noch Hinweise auf das generelle Verhalten im Naturfels.
Bei einem Schlusshock im nahegelegenen „Gasthaus zur Steinwand“ wurde von allen das persönliche Feedback abgegeben und man blickte auf zwei spannende Tage zurück! Hinweis zum Schluß: Als Übernachtung bietet sich das fußläufig in 15 Minuten erreichbare Fuldaer Haus an.
Herzlichen Dank nochmals an Roland, der den Kurs schnell und unkompliziert organisiert hat! Jasmin, Sophia, Stefan, Thomas
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