Veranstaltungen rund um die Landesgartenschau

Erfolgreicher Beitrag auf der Landesgartenschau: DAV-Familienerlebnistag 

Unter dem Motto „Die Welt der Berge zum Anfassen und Entdecken“ fanden am Sonntag, den 6. Mai, zahlreiche Aktionen rund um das Alpinum auf der Fläche der StadtGartenSchau statt.

Das Alpinum, ein Steingarten, der die typischen Pflanzen aus hochalpinen Regionen nachbildet, wurde von DAV-Mitgliedern in Kooperation mit dem Campusgarten und den Stadtgärtnern errichtet. Wir hatten zur Mithilfe im letzten Sektionsheft aufgerufen und es hatten sich zahlreiche Helfer gemeldet. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die vielen Ehrenamtlichen, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Das Alpinum ist ein Beitrag der Sektion Würzburg zur diesjährigen Landesgartenschau.

In regelmäßigen Führungen durch den kleinen Garten erklärte Peter Hauck typisch alpine Pflanzen. Wie das Edelweiß haben fast alle Pflanzen der Bergregionen erstaunliche Anpassungsstrategien entwickelt, um bei extremen Bedingungen wie Schneestürme, hohe Sonneneinstrahlung oder Gewitter zu überleben.

Je höher wir kommen, desto kälter wird es. So kann man bei einer Wanderung bergauf wie bergab die unterschiedlichen Pflanzenlebensräume kennenlernen. Die Besucher konnten unter Anleitung von Oskar Kress auf einem Höhenprofil die typischen Pflanzen den jeweiligen Zonen zuordnen. Wo beginnt die Waldgrenze, was wächst in der subalpinen Stufe? Nicht nur die Kleinen waren erstaunt, was für eine Vielfalt an Pflanzen noch auf über 3.000 m wächst.

Mit allen Sinnen erleben konnte man die alpine Pflanzenwelt an einer Riechstation. Was unterscheidet den Duft einer Kiefer von dem einer Zeder? Es war gar nicht so einfach, die Gerüche richtig zuzuordnen.

Bei einem Pflanzen-Quiz konnten die Besucher zudem ihr Wissen testen und sich informieren, welche Pflanzen geschützt sind.  

Eine große Pflanz-Aktion richtet sich an die Kinder. Es wurden Dickblattgewächse eingetopft. Die selbst eingebuddelten Pflanzen durften die kleinen Gärtner dann stolz mit nach Hause nehmen. Außerdem konnten sie die Töpfe mit Seilresten des DAV- Kletterzentrums noch aufpeppen und beim Upcycling ein Gefühl dafür bekommen, wie man aus vermeintlichen Abfällen noch tolle Sachen basteln kann. 

Auch Springseile wurden aus den nicht mehr gebrauchten Seilen geknotet. Da machten auch viele Erwachsene mit und hatten ihren Spass!

Außerdem hatten die Kinder Spaß beim Ausmalen oder konnten die typischen Alpentiere bei einem Memory-Spiel kennenlernen. Eltern der Familienwandergruppe des DAV gaben praktische Tipps, was man bei einer Wanderung mit den Kleinen beachten sollte. Richtig vorbereitet und ausgerüstet wird eine Wanderung ein unvergessliches Erlebnis, von dem die Kinder noch lange erzählen. 

Es gab umfangreiches Informationsmaterial mit vielen weiteren Tipps und Hinweisen zu den Themen Wandern, Klettern und Alpenhütten vor Ort. 

Wer auf Schatzsuche gehen wollte, konnte nach einer Einführung in die GPS-Navigation durch DAV-Mitglieder Paar Helmut und Bärbel Bardorf einem Track folgen. Mit GPS-Geräte, die die Firma Garmin freundlicherweise ausgeliehen hatte, ging es dann bei einem Rundgang über das Landesgartenschaugelände.

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„Die Alpen in Zeiten des Klimawandels -  Konsequenzen für Tourismus und Bergsport“
Vortrag im Rahmen der Eröffnung der Klimaausstellung auf der Landesgartenschau Würzburg

Univ.-Prof. Hubert Job von der Universität Würzburg referierte auf Einladung der Sektion zur Eröffnung der Ausstellung „KLIMAwandel – klimaSCHUTZ“ Mitte April über die Konsequenzen des fortschreitenden Klimawandels im Alpenraum, die in Zukunft zu erwarten sind. Die Ausstellung fand in Kooperation mit der Bundesgeschäftsstelle des DAV und dem Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz statt.

In seinem Vortrag betonte Prof. Job, dass der Klimawandel im sensiblen Ökosystem Alpen besonders deutlich zu spüren ist. Bereits in den vergangenen 120 Jahren sind in den Alpen die Temperaturen um ca. zwei Grad gestiegen – mehr als doppelt so stark wie der globale Durchschnitt. Klimaforscher rechnen für den Alpenraum in den nächsten vier Jahrzehnten mit einer weiteren überproportionalen Zunahme der Temperatur. Zum Beispiel schmilzt der Vernagtferner, der Gletscher bei der Sektions-Vernagthütte bis zu 4,5 m pro Jahr ab. In den 30 bis 40 Jahre werden die meisten Gletscher verschwunden sein.

Eine wesentliche Konsequenz: trotz intensiver künstlicher Beschneiung wären bei dieser Erwärmung rund die Hälfte aller Skigebiete nicht mehr schneesicher und somit der Wintertourismus stark betroffen. Bis 20150 werden nur noch wenige der Schneegebiete in Bayern trotz künstlicher Beschneiung übrig bleiben. Wintersportler müssen dann immer weiter fahren und v.a. in höhere Lagen fahren, um noch in den Genuss von Schnee zu kommen. Durch den Wandel des Klimas müssen Besucher aber auch im Sommer mit Folgen und vermehrten lebensgefährlichen Naturgefahren rechnen (z.B. mehr Fels- und Bergstürze sowie Murgänge durch verstärkte Hanginstabilitäten und Starkregen oder Trinkwasserknappheit bzw. Hochwasser in einigen alpinen Regionen). Wege müssen verlegt werden. Viele Hütten müssen saniert oder an anderer Stelle gebaut werden, da die meisten auf dem auftauenden Permafrostboden nicht mehr sicher sein werden, Viele Touren werden in Zukunft nicht mehr möglich sein. Insgesamt stehen sowohl der Bergsport im Speziellen als auch der Tourismus als wichtiger Wirtschaftsfaktor der Alpen und der Klimawandel in einer engen wechselseitigen Beziehung. Die kommenden Veränderungen im Hochgebirge werden sich gravierend auf diese Beziehung auswirken. 

Es gibt Lösungsansätze zur Bewältigung der Folgen. 84% der Urlaubsanreisen in die Alpen nutzen das Auto. Wer kennt nicht die Staus vor Oberstdorf, Garmisch oder dem Brenner? Starke Emissionen in den Tälern sind die Folgen. Der Ausbau eines attraktiven Bahnnetzes wäre daher anzustreben. Auch die Nutzung öffentlicher bzw. umweltfreundlicherer Verkehrsmittel wie Elektrobus, E-Bikes oder E-Autos wäre sinnvoll. Wir haben die Wahl und können z.B. in Regionen und Orte reisen, in denen klima- und umweltschonend gewirtschaftet wird und diese damit unterstützen. Ein Beispiel sind die Bergsteigerdörfer, die diese Kriterien erfüllen. In Deutschland sind dies z.B. Ramsau, Sachrang und Schleching. Die Bergsteigerdörfer setzen sich ganz bewusst für die Umsetzung der Protokolle der Alpenkonvention ein. Wir brauchen Alternativen.

Der Alpentourismus muss neu gedacht werden und zwar mit Weitblick.
Haben Sie schon eine Idee, wie Sie beitragen könnten, dass wir noch lange die Bergwelt genießen können?